FEB`2014

Jerry Cotton

Animation & Illustrationen von Thorald Kleinhenz



Diplomintention

Die erfolgreichste deutsche Kriminalserie G-Man Jerry Cotton wird dieses Jahr 60 Jahre alt. 1954 veröffentlichte der Bastei Verlag die erste Ausgabe des FBI-Agenten unter dem Namen >>Ich jagte den Diamantenhai<< . Von da an war der Aufstieg zum Pop-Mythos nicht mehr aufzuhalten. Die Romanhefte sind in meinen frühen Jugendjahren auch ein Teil meines Lebens geworden. Ob auf Reisen oder als Entspannungsliteratur im Urlaub am Strand, die Cotton Hefte haben mich unterhalten und in ein düsteres Gotham-City ähnliches New York entführt.

Dieses bis heute bestehende Interesse an diesen Romanheften möchte ich nutzen, mich in meinem bevorstehendem Diplom, mit dieser Serie über den FBI-Agenten und seine spannenden Kriminalfälle genauer zu beschäftigen.


Theorie

In der theoretischen Auseinandersetzung soll dabei nicht bewiesen werden, dass die Heftserie Cotton zur Trivialliteratur gehört, da dieses nach meiner Ansicht schon im ausreichenden Maße, seit den 70iger Jahren, getan wurde. Desweiteren ist meine Intention nicht in die grundsätzlich negative belächelnde Tonalität von Literaturwissenschaftlern einzustimmen oder diese zu bejahen und weitere Gründe dafür zu finden, warum die Romanreihe es eigentlich nicht wert ist, gelesen zu werden. Allzu euphorisch soll diese Auseinandersetzung aber nicht passieren. Kritiken, negative Seiten der Serie werden, um ein gesamtheitlichen Einblick in die >>Cotton-Welt<< zu ermöglichen, benannt und ausgeführt.

Mein Augenmerk der theoretischen Arbeit soll sich auf die Gründe für den außerordentlichen Erfolg, nicht nur in Deutschland sondern auch weltweit richten. Es muss Gründe geben warum Cotton sich trotz sprachlicher und auch inhaltlicher Defizite, über 60 Jahre so außerordentlich auf dem Heftmarkt präsentiert hat und es bis heute, Verkaufszahlen von 40.000 Heften pro Woche beweisen dies, weiterhin tut. Was fasziniert Menschen, an diesem Format? Aus Marketingsicht ist der G-Man ein Phänomen. Diese Merkmale bzw. Mechanismen gilt es für mich herauszustellen. Die Frage ob Jerry Cotton noch zeitgemäß ist , sowie die Frage, ob eine Übertragung bestimmter Mechanismen in die Gegenwart oder auf einen anderen Helden, einen ähnlichen Erfolg erzielen würde, muss gestellt werden. Helden werden auch heute noch gebraucht, warum soll es also nicht Jerry Cotton sein? In Zeiten fragwürdiger (Anti-) Helden ist Cotton der einzige saubere Kämpfer für demokratische Prinzipien. Ist dieser Heldentypus nicht zeitgemäß und für die Jugend ein gewünschtes Vorbild?

Nach einer ausgiebigen Recherche ist mir aufgefallen, dass der Bastei-Verlag, keine Tätigkeiten unternahm und auch unternimmt, diesen erfolgreichen Charakter multimedialer zu präsentieren, um sich mit dem Zugpferd Jerry Cotton zukunftsorienterter aufzustellen. Abgesehen von den acht Filmen in den 1960ern, eine Neuinterpretation 2010 und Hörbüchern, gab es in der näheren Vergangenheit keine Versuche diesen Charakter in die Neuen Medien zu importieren um dadurch eine neue Leserschaft zu generieren und um vielleicht ausgebliebende Einnahmen durch die immer schwächer werdenden Heftverkäufe auszugleichen. Die Frage nach dem Warum, ist da unausweichlich.


Praxis

An dieser Stelle setzt meine praktische Arbeit ein. Es sollen die Hauptpersonen und ein Verbrecher gestalterisch entwickelt werden, wobei ich es mir hier herausnehme den vom Verlag gewollten großen Raum der Identifikationsmöglichkeiten, den uns Cotton bietet, mit meiner Interpretationsfreiheit zu füllen . Weitergehend soll ein Stil für die darauf folgende Bewegtbildanwendung (Animation), die die Grundstimmung von „Cotton“ so wie ich diese beim Lesen wahrgenommen habe, entwickelt werden. Hierbei werden Komponenten inhinsicht auf das Corporate Design was sich jetzt in 60 Jahren entwickelt und bei der Leserschaft inbezug auf die Wiedererkennung durchgesetzt hat, berücksichtigt. Das Ziel ist es Cotton, durch eine mögliche Anwendung im Animationsbereich, in die Gegenwart zu transportieren.

Alles in allem soll mein Diplom dem Leser und vielleicht auch dem Verlag, Mechanismen, Ansatzpunkte und dadurch Möglichkeiten aufzeigen, um Jerry Cotton heute noch erfolgreich vermarkten zu können, da aus meiner Sicht ein solcher Held heute noch dringender gesucht und benötigt wird als früher. Die Animation kann dem Verlag dienen, weiterführend Geschichten des FBI-Agenten anders als man ihn kennt, dem Leser und nun Zuschauer zu präsentieren. Dadurch wird nicht nur die alte Zielgruppe weiter mit Cotton-Nahrung versorgt sondern auch eine neue Zielgruppe und vorallem Altersgruppe erschlossen.

Wismar, den 22.12.2013

Thorald Kleinhenz Matrikelnummer: 111871


Plakatierung



Chase

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Jerry_Cotton_01

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Storyboard01 Storyboard02

Storyboard03

Mister Overkill Jerry Cotton

Storyboard04

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